Das Plakat vom 3. Mai 1946 rief die Bevölkerung im Landkreis Köln zur Sicherung der Ernte auf. Es zeigt den dringenden Versuch der Nachkriegs­verwaltungen, durch zivil­gesell­schaftliches Engagement die Ernährungs­lage zu stabilisieren. Es wies auf die Bedrohung durch Feld­dieb­stähle und Hamster­wesen hin, die die Versorgung mit Lebens­mitteln gefährdeten. 1946 forderte der Landrat Männer zur freiwilligen Teil­nahme am Ehren­dienst in der Polizei auf, um die Felder zu bewachen. 1947 wurde die gesamte Kreis­bevölkerung und insbesondere die Bauern zur Mithilfe beim Schutz der Ernte aufgerufen. Der Appell lautete, sich freiwillig auch für Nacht­wachen am Ernteschutz zu beteiligen, ohne dass Zwang nötig sein sollte. Auch ein Jahr später hatte sich die Lage kaum gebessert. Hunger, Diebstahl und Not bestimmten weiterhin den Alltag.