In Jülich lebten inmitten der Trümmer im Dezember 1945 schon wieder mehr als 6.000 Menschen. Die meisten von ihnen hausten in Kellern oder notdürftig hergerichteten Räumen ohne fließendes Wasser, Heizung und Strom. Trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – des völligen Zusammenbruchs aller Infrastruktur wurde in Jülich schon im Dezember 1945 das erste Konzert aufgeführt.
Die Kultur bot geistige und seelische Orientierung und Ablenkung von einem chaotischen Alltag. Die Menschen sehnten sich nach Theater, Musik und Kino. Bei den Angeboten wurde auf altbewährtes aber politisch unbelastetes Repertoire zurückgegriffen. Vorab mussten die Veranstaltungen durch die Militärregierung genehmigt werden. Die Organisation war kompliziert – die Künstler konnten aufgrund der zerstörten Bahnanbindung nur mit Fahrzeugen anreisen und benötigten Bezugsscheine für Kraftstoff. Einen geeigneten Konzertsaal gab es in Jülich nicht.